Ein holistischer Ansatz
Wir denken Awareness-Arbeit ganzheitlich und sprechen deshalb von der Konzeption und Durchführung eines Awareness-Konzepts, dessen Teil ein Awareness-Team sein kann, aber nicht zwangsläufig sein muss.
Unser Ziel und das unserer Klient:innen sollte stets der Schutz und die Unterstützung Betroffener von (sexualisierter) Gewalt und anderen Diskriminierungsformen sein. Diesem Ziel untergeordnet stehen die Methoden seiner Umsetzung.
Wenn wir von ganzheitlichen oder holistischen Ansätzen sprechen, meinen wir, dass Achtsamkeit schon weit vor der eigentlichen Veranstaltung ansetzt. Nämlich bereits in der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Organisationsteams. Genauso endet ein Awareness-Konzept nicht mit Veranstaltungsende.
Unsere Vision einer holistischen Awareness-Praxis ist eine ganzjährige Befassung mit dem Thema und die Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit in jedem Entscheidungsprozess.
Wir verstehen unsere Veranstaltungen nicht als ein- oder mehrmals stattfindende individuelle Räume, sondern viel mehr als singuläre Zusammenkünfte von Communities. Deshalb ist der Wirkungsraum unserer Awareness-Arbeit auch nicht die Veranstaltung, sondern unsere Zielgruppe, die jeweilige Community.
Wir plädieren dafür, externe Expertise einzuholen, ziehen aber genauso die Veranstaltenden in Verantwortung. Ein Awareness-Konzept lebt davon, dass es von allen Teilen der Veranstaltung akzeptiert und gelebt wird.
Unser Ziel ist es nicht 50 Awareness-Kräfte zu haben, sondern 50.000.
Awareness-Konzepte
Was gehört denn nun alles zu einem Awareness-Konzept? Wo fängt mensch an und wie hört mensch auf?
Grundsätzlich lässt sich Awareness-Arbeit in drei Bereiche unterteilen: Prävention, Intervention und Selfcare. Diese drei Bereiche verfolgen alle das Ziel, dass es allen Beteiligten des jeweiligen Systems gut geht.
Prävention
Die Präventionsstrategie sollte darauf abzielen, die Haltung einer Organisation transparent und verständlich zu kommunizieren. Sie bildet das Fundament eines Awareness-Konzepts und sollte deshalb auch den größten Teil der Arbeit ausmachen. Beginn der Präventionsarbeit sollte immer ein Prozess der Selbstfindung sein. Viele Organisationen entscheiden sich in diesem Rahmen dazu, ein gemeinsames Selbstverständnis zu erarbeiten. Aus unserer Sicht ist dies ein essentieller Bestandteil eines integren Awareness-Konzepts. Allein der Prozess der Erarbeitung eines Selbstverständnis hilft vielen Organisationen weitaus mehr, als die bloße Implementierung eines Awareness-Teams.
Weitere Teile einer Präventionsstrategie können verschiedene Bildungsformate sein, die vor, während oder nach der eigentlichen Veranstaltung zum Tragen kommen können.
Intervention
Interventionsstrategien beschreiben Maßnahmen, die Betroffene von (sexualisierter) Gewalt oder anderer Diskriminierungsformen unmittelbar unterstützen. Oft finden diese Maßnahmen während der Veranstaltung statt. Eine dieser Maßnahmen kann z.B. ein Awareness-Team darstellen.
Selfcare
Selfcare, auf deutsch "Selbstfürsorge", umfasst alle Strategien, deren Ziel es ist, für die mentale oder physische Gesundheit der im System Beschäftigten zu sorgen.
Vor- und Nachbesprechungen, Check-Ins und Check-Outs vor und nach jeder Schicht sowie Supervisionen sind unerlässliche Teile einer funktionalen Selfcare-Strategie.
Natürlich ist die Erarbeitung eines funktionalen Awareness-Konzepts ein sehr viel komplexerer Prozess, als er hier skizziert wird. In aller Regel lassen sich aber die meisten Konzepte in diese drei Kategorien einteilen.
Awareness mit refelct.awareness e.V.
Aus unserer Sicht ist Awareness keine Dienstleistung. Wir arbeiten deshalb eng mit unseren Partnerorganisationen zusammen. Dennoch gibt es Voraussetzungen für die Zusammenarbeit.
Das Festival, die Organisation…
- …muss unserem Selbstverständnis entsprechen
- …muss unserem Awareness-Konzept zustimmen
- …muss sich zu betroffenenorientierten Prozessen commiten
Wie die konkrete Kooperation im Einzelfall aussieht, ist sehr unterschiedlich. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass es Sinn ergibt, mit einem Workshop für die Organisationsstrukturen zu beginnen und darauf die weitere Zusammenarbeit aufzubauen.
Call to action
Genau wie Toiletten, Bars und Dancefloors gehören Awareness-Konzepte zu einem Festival dazu. Vereinbart also gern einen unverbindlichen Beratungstermin und schaut, was wir für euch tun können.
Festivals sind ein Katalysator des gesellschaftlichen Wandels und dieser Wandel beginnt jetzt.