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JobVille 2025 in Dortmund

reflect.awareness bei der JobVille

Awareness-Konzept, Awareness-Team und Präventionskampagne bei einer Jobmesse für Kinder und Jugendliche

Am 10. und 11. September 2025 fand die JobVille in Dortmund statt – eine Jobmesse für Kinder und Jugendliche, die Zugänge zu beruflicher Orientierung, Perspektiven und Teilhabe eröffnet. Gerade Veranstaltungen, die junge Menschen adressieren, sind nicht nur Informationsräume, sondern auch soziale Räume: Hier treffen unterschiedliche Hintergründe, Erfahrungen und Erwartungen aufeinander. Damit alle Teilnehmenden sich sicher bewegen und teilnehmen können, braucht es diskriminierungssensible Strukturen, klare Zuständigkeiten und präventive Ansätze.

reflect.awareness e.V. begleitete die JobVille 2025 mit einer umfassenden Awareness-Konzeption, einem Awareness-Team vor Ort sowie mediativer Unterstützung. Ziel unserer Arbeit war es, Awareness als festen Bestandteil der Veranstaltung zu verankern – nicht erst als Reaktion im Ernstfall, sondern als strukturierende Praxis, die Teilhabe ermöglicht und Grenzverletzungen konsequent entgegenwirkt.

Awareness-Konzept und mehrwöchige Vorbereitung

Im Vorfeld der JobVille fand eine mehrwöchige Konzeptionsarbeit mit den Veranstaltenden statt. Gemeinsam wurden Zuständigkeiten, Kommunikationswege und konkrete Abläufe erarbeitet, die in einem großen und dynamischen Veranstaltungssetting Orientierung und Handlungssicherheit schaffen. Dabei ging es auch um die Frage, wie Prävention sichtbar und wirksam werden kann – für Teilnehmende ebenso wie für Teams, die vor Ort Verantwortung tragen.

Ein zentraler Bestandteil war eine umfassende Präventionskampagne, die Awareness als gemeinsame Aufgabe betonte: Grenzen respektieren, diskriminierungssensibel handeln, Verantwortung übernehmen – und Unterstützung niedrigschwellig zugänglich machen. Prävention bedeutet für uns, Strukturen zu schaffen, die Übergriffen und diskriminierendem Verhalten frühzeitig entgegenwirken.

Awareness-Team vor Ort und Teamstruktur

Während der JobVille wurde die Awareness-Arbeit von fünf Teams getragen. Unter der Leitung von Hanna M. stellte reflect.awareness e.V. sieben Awareness-Kräfte, die gemeinsam mit drei externen Awareness-Kräften arbeiteten. Diese Teamstruktur ermöglichte eine kontinuierliche Präsenz, klare Ansprechbarkeit und die Fähigkeit, situativ zu reagieren – auch dann, wenn Situationen komplex oder emotional belastend wurden.

Das Awareness-Team war dabei sichtbar, ansprechbar und unterstützend tätig. Wir begleiteten das Geschehen aufmerksam, boten Gesprächsmöglichkeiten an und unterstützten Menschen, wenn sie sich unwohl fühlten, grenzüberschreitendes Verhalten beobachteten oder selbst betroffen waren. Bei Bedarf übernahmen wir zudem mediativen Support, um Verantwortlichkeiten zu klären und Konflikte zu deeskalieren

Haltung: Definitionsmacht und Parteilichkeit

Unsere Awareness-Arbeit basiert auf einer antisexistischen, antidiskriminierenden und machtkritischen Haltung. Zentral sind für uns Definitionsmacht und Parteilichkeit: Betroffene entscheiden, wie sie eine Situation erleben und was sie brauchen. Wir hören zu, nehmen ernst und stellen Perspektiven nicht infrage. Awareness bedeutet in diesem Kontext auch, dass Diskriminierung nicht individualisiert wird, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse verstanden und entsprechend bearbeitet wird.

Awareness als Voraussetzung für Teilhabe bei Bildungs- und Berufsorientierung

JobVille 2025 zeigte, dass Awareness nicht auf Festival- oder Nachtkultur begrenzt ist. Auch Bildungs-, Beteiligungs- und Berufsorientierungsveranstaltungen profitieren von klaren Awareness-Strukturen – besonders dann, wenn junge Menschen im Mittelpunkt stehen und Teilhabe aktiv gestaltet werden soll. Durch die Kombination aus Konzeptionsarbeit, Präventionskampagne, Teampräsenz und Mediation konnte Awareness als verantwortungsvoller Rahmen spürbar werden.