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NSU-Dokumentationszentrum „Offener Prozess“ 2025 in Chemnitz

Awareness bei “Offener Prozess”

Awareness-Arbeit im Kontext von rechter Gewalt, Erinnerungskultur und politischer Bildungsarbeit

Im Mai 2025 begleitete reflect.awareness e.V. das NSU-Dokumentationszentrum „Offener Prozess“ in Chemnitz mit einer Awareness-Betreuung. Das Dokumentationszentrum setzt sich mit der Geschichte des NSU, rechter Gewalt, institutionellem Versagen und den Perspektiven der Betroffenen auseinander und versteht sich als Ort der kritischen Erinnerung, politischen Bildung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung.

Veranstaltungen und Ausstellungen im Kontext von rechter Gewalt, Rassismus und struktureller Diskriminierung können für Besucher:innen emotional belastend sein – insbesondere für Menschen, die selbst von Rassismus, Antisemitismus oder rechter Gewalt betroffen sind. In diesem Spannungsfeld spielt Awareness eine zentrale Rolle.

Awareness-Arbeit in erinnerungspolitischen Räumen

Unsere Aufgabe bestand darin, einen diskriminierungssensiblen, unterstützenden und achtsamen Rahmen für die Angebote des Dokumentationszentrums zu gewährleisten. Als Awareness-Team waren wir vor Ort präsent, sichtbar und ansprechbar und standen Besucher:innen bei Bedarf unterstützend zur Seite.

Awareness in diesem Kontext bedeutet, emotionale Belastungen ernst zu nehmen, Schutzräume mitzudenken und Menschen nicht mit ihren Erfahrungen allein zu lassen. Gerade bei der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt, Trauma und strukturellem Rassismus braucht es Strukturen, die Sicherheit, Rückzug und Unterstützung ermöglichen.

Rolle von reflect.awareness e.V. als Awareness-Team

Als Awareness-Team begleiteten wir das Geschehen aufmerksam, führten Gespräche und boten Unterstützung für Menschen an, die sich unwohl fühlten oder belastende Situationen erlebten. Dabei arbeiteten wir konsequent nach den Prinzipien der Parteilichkeit und der Definitionsmacht der Betroffenen.

Unsere Haltung ist klar antidiskriminierend, machtkritisch und parteilich. Wir stellen Erfahrungen nicht in Frage, relativieren sie nicht und verstehen Awareness nicht als Neutralität, sondern als verantwortungsvolle Positionierung an der Seite der Betroffenen.

Awareness, Verantwortung und Erinnerungskultur

Die Awareness-Betreuung im NSU-Dokumentationszentrum verdeutlichte, dass Erinnerungskultur nicht ohne Verantwortung gedacht werden kann. Orte wie der „Offene Prozess“ sind keine neutralen Räume, sondern politische Räume, in denen gesellschaftliche Machtverhältnisse sichtbar werden und wirken.

Awareness trägt hier dazu bei, Zugänge zu ermöglichen, Ausschlüsse zu vermeiden und solidarische Auseinandersetzung zu fördern. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Bildungs- und Erinnerungsarbeit.

Awareness als Bestandteil politischer Bildungsarbeit

Die Zusammenarbeit mit dem NSU-Dokumentationszentrum zeigt, dass Awareness-Arbeit weit über Festivals oder Veranstaltungen hinausgeht. Auch Ausstellungen, Diskussionsformate und Gedenkorte profitieren von klaren Awareness-Strukturen, die Schutz bieten und Teilhabe ermöglichen.

Wir danken dem Team des Dokumentationszentrums „Offener Prozess“ für das Vertrauen und die Zusammenarbeit.