Awareness beim SLAM25
Europas größtem Festival für Bühnenliteratur im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs
Vom 29. Oktober bis 1. November 2025 fanden in Chemnitz die 29. Internationalen Deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam (SLAM25) statt – ein mehrtägiges Festival, das im Rahmen des Europäischen Kulturhauptstadtjahres Chemnitz 2025 organisiert wurde und als größtes Festival für Bühnenliteratur in Europa gilt.
Als reflect.awareness e.V. begleiteten wir die Meisterschaften gemeinsam mit unserem Awareness-Team vor Ort, um einen diskriminierungssensiblen, zugänglichen und unterstützenden Rahmen für Teilnehmende, Poet:innen, Publikum und alle Anwesenden sicherzustellen.
Langfristige Vorbereitung und Workshops
Die Awareness-Arbeit begann bereits ein Jahr vor dem Festival. In mehreren Workshops zur Awareness- und Konzeptentwicklung arbeiteten wir mit den Veranstaltenden zu Themen wie Verantwortung, Machtverhältnisse und Diskriminierungsprävention. Ziel war es, Awareness strukturell im Festivalablauf zu verankern.
SLAM25 – Ein Festival der Worte, Begegnungen und Teilhabe
SLAM25 erstreckte sich über vier Tage und mehr als 16 Veranstaltungen an verschiedenen Spielstätten in Chemnitz, darunter Weltecho, Theater am Spinnbau, Metropolkino, Oper und die Chemnitzer Stadthalle. Poet:innen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Liechtenstein, Luxemburg und Südtirol präsentierten ihre eigens verfassten Texte in unterschiedlichen Formaten.
Unsere Rolle als Awareness-Team
Als Awareness-Team waren wir während des gesamten SLAM25 präsent, sichtbar und ansprechbar. Unsere Aufgabe bestand darin, einen solidarischen Raum für Begegnung, Respekt und Sicherheit zu ermöglichen — sowohl im Festivalalltag als auch in emotional intensiven Situationen, die bei performativen Kulturerlebnissen auftreten können.
Wir boten niedrigschwellige Unterstützung an:
- im Austausch mit Teilnehmenden, die sich unwohl fühlten oder belastende Erfahrungen machten,
- bei der Orientierung innerhalb der vielfältigen Veranstaltungsorte,
- als Gesprächspartner:innen für Fragen zu Grenzen, Machtverhältnissen oder diskriminierungsreflektiertem Handeln.
Dabei arbeiteten wir nach den Prinzipien der Parteilichkeit und der Definitionsmacht der Betroffenen: Wir hörten zu, nahmen Perspektiven ernst und positionierten uns klar gegen jede Form von Diskriminierung oder Gewalt.
Haltung und Awareness im Festivalkontext
Poetry Slam ist ein Format, das durch Vielfalt, Direktheit und oft politisch wie persönlich geprägte Texte besticht. Gespräche über Zugehörigkeit, Identität, Macht, Humor und Kritik waren ein wiederkehrender Teil des Festivalgeschehens – genau dort, wo Awareness auch ansetzt: Achtsamkeit im Umgang miteinander, Anerkennung unterschiedlicher Perspektiven und der Schutz von Teilhabe.
Unsere Awareness-Arbeit verstand sich nicht als regulierende Instanz, sondern als ermutigende Präsenz, die Zugänge erleichtert und Menschen in ihrer Selbstbestimmung stärkt.
Wirkung, Sichtbarkeit und Nachhaltigkeit
SLAM25 wurde zu einem leuchtenden Ereignis im Kulturhauptstadtjahr, das nicht nur Teilnehmende, sondern auch Besucher:innen aus ganz Europa nach Chemnitz zog.
Der Festivalverlauf machte deutlich, dass Awareness nicht nur ein unterstützendes Angebot ist, sondern ein wesentlicher Baustein für inklusive, respektvolle und kreative Festivals. Durch unsere Präsenz konnten wir dazu beitragen, dass SLAM25 ein Raum wurde, in dem sich Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen sicher und eingeladen fühlen konnten, ihre Stimmen zu teilen und sich schriftlich wie performativ auszudrücken.
Wir danken dem Spektakel Kollektiv Chemnitz e. V., der deutschsprachigen Poetryslam-Community, allen Beteiligten und dem Publikum für die Zusammenarbeit und die inspirierenden Momente, die wir gemeinsam erleben durften.