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Workshop: „Sexualität und ihre Grenzen“ im Inklusiven Nachbarschaftszentrum Lindenau 2025

Workshop: “Sexualität und ihre Grenzen”

Awareness- und Bildungsarbeit in Leichter Sprache für Menschen mit Behinderungen

Am 28.04.2025 haben wir als reflect.awareness e.V. den Workshop „Sexualität und ihre Grenzen“ durchgeführt im Inklusiven Nachbarschaftszentrum Lindenau des Mobilen Behindertendienstes Leipzig e.V.. Der Workshop richtete sich gezielt an Menschen mit Behinderungen und wurde in Leichter Sprache umgesetzt. Ziel war es, einen geschützten, verständlichen und respektvollen Raum zu schaffen, in dem Sexualität, Grenzen und sexualisierte Gewalt thematisiert werden können.

Sexualität betrifft alle Menschen. Gleichzeitig sind Menschen mit Behinderungen überdurchschnittlich häufig von Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt betroffen. Uns war es deshalb besonders wichtig, Wissen zugänglich zu machen, Selbstbestimmung zu stärken und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln.

Pädagogischer Rahmen und Sensibilisierung

Der Workshop begann mit einer Sensibilisierungsphase, in der wir gemeinsam Regeln für den Raum vereinbart haben: ein respektvolles Miteinander, gegenseitiges Zuhören, freiwillige Beteiligung und die Möglichkeit, den Raum jederzeit zu verlassen. Niemand musste etwas sagen oder tun, was sich nicht richtig anfühlt. Für Verständnisfragen stand eine „Leichte-Sprache-Karte“ zur Verfügung 

Diese klare Rahmung war zentral, um Sicherheit herzustellen und Vertrauen aufzubauen – insbesondere bei einem Thema, das mit Nähe, Intimität und persönlichen Erfahrungen verbunden ist.

Inhalte: Sexualität, Grenzen und Selbstbestimmung

Gemeinsam klärten wir zunächst: Was ist Sexualität? Was bedeutet sie für jede einzelne Person, zwischen wem findet sie statt und was ist dabei wichtig? Dabei ging es nicht um normierende Antworten, sondern um Vielfalt, Freiwilligkeit und gegenseitigen Respekt 

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf dem Thema Grenzen. Wir haben gemeinsam erarbeitet:

  • was persönliche Grenzen sind,
  • wo es körperliche, emotionale, private und digitale Grenzenüberschreitungen gibt,
  • warum Grenzen wichtig sind – für Sicherheit, Respekt, Selbstbestimmung und gute Beziehungen,
  • und dass Nein-Sagen immer erlaubt ist 

Besonders wichtig war uns die klare Botschaft: Jeder Mensch darf selbst bestimmen, was er:sie möchte – und jede Person ist verpflichtet, die Grenzen anderer zu respektieren.

Methoden: Übung, Reflexion und Handlungssicherheit

Der Workshop war interaktiv und praxisnah aufgebaut. In Kleingruppen arbeiteten wir mit Übungen zum aktiven Zuhören, zu persönlichen Erfahrungen mit Grenzverletzungen und zu konkreten Situationen, in denen Grenzen gesetzt oder gewahrt werden müssen. Dabei ging es immer um Freiwilligkeit und Selbstschutz.

In einer weiteren Übung trainierten wir gemeinsam das klare Kommunizieren von Grenzen sowie das respektvolle Annehmen eines “Neins”. Wir arbeiteten mit konkreten Beispielen, Gestik, Mimik und einfachen, klaren Sätzen, die im Alltag genutzt werden können 

Diese Übungen dienten nicht der Konfrontation um ihrer selbst willen, sondern der Stärkung von Handlungssicherheit– für Situationen, die Teilnehmende im Alltag tatsächlich erleben.

Wirkung und Einordnung

Der Workshop „Sexualität und ihre Grenzen“ hat gezeigt, wie wichtig barrierefreie Bildungsangebote zu sexualisierter Gewalt, Konsens und Selbstbestimmung sind. Viele Teilnehmende konnten erstmals Worte für eigene Grenzen finden und konkrete Strategien entwickeln, um sich im Alltag zu schützen.

Der Workshop ist Teil unserer umfassenden Awareness- und Präventionsarbeit und ergänzt unsere Angebote wie die Broschüre „Meine Grenzen, deine Grenzen“ um einen interaktiven, dialogischen Bildungsbaustein. Er trägt dazu bei, Menschen zu stärken, Diskriminierung sichtbar zu machen und ein selbstbestimmtes, respektvolles Miteinander zu fördern.